Unsere eigene kleine Geschichte

Wie kam es zur Gründung unseres Vereins?

 

Rumänien hat seit vielen Jahren ein erhebliches Problem mit herrenlos herumstreunenden Hunden, die sich von Abfällen ernähren oder von der benachbarten Bevölkerung mehr schlecht als recht mit durchgefüttert werden. Da diese Hunde aufgrund mangelnder Zuständigkeit, Aufklärung und finanzieller Möglichkeiten zumeist nicht kastriert sind, spitzte sich das Problem in den vergangenen Jahren massiv zu.

Im September 2013 verabschiedete das rumänische Parlament ein Gesetz, das das Einfangen von herrenlosen Hunden, ihr Verbringen in öffentliche Tierheime und ihre Tötung nach 14 Tagen vorsieht, sofern sie nicht innerhalb dieser Frist von ihrem Besitzer abgeholt oder von jemandem aus der Bevölkerung adoptiert werden. Auslöser für die Zustimmung der Mehrzahl der Parlamentarier zu diesem tierschutzwidrigen Gesetz war der Tod eines kleinen Jungen im Sommer 2013, der angeblich von Streunerhunden in einem Park in Bukarest zerfleischt worden sein soll.

Auch die Stadt Buzau, etwa 70 km nördlich von Bukarest gelegen, war und ist von der Problematik der viel zu vielen Streunerhunde betroffen. Dort gibt es 2 öffentliche Tierheime, in die diese Hunde nach dem Einfangen gesperrt werden können. Eines davon liegt sehr abseits, weit außerhalb der Stadt, in einem unwegsamen Waldgebiet. Bei winterlichen Verhältnissen mit Eis und viel Schnee, wie sie in der Region üblich sind, gibt es kein Durchkommen mehr dorthin. Dann werden die Tore des Tierheims einfach geschlossen und die in den Zwingern eingesperrten Hunde sich selbst und dem Tod überlassen – sie verhungern, verdursten, erfrieren, zerfleischen sich gegenseitig … . Im nächsten Frühjahr werden dann die Kadaver entfernt.

Im Jahr 2013 schlossen sich länderübergreifend einige Facebook-Gemeinschaften, die sich dem Schutz und der Rettung von Tieren verpflichtet sahen, zusammen und beschlossen, dass sich dieses Schicksal in diesem Jahr nicht wiederholen sollte. Gemeinsam mit dem BMT (= Bund gegen den Missbrauch der Tiere) und Tierschutzaktivisten vor Ort gelang es nach intensiven Verhandlungen mit den örtlichen Behörden, die 170 Hunde aus diesem „Waldshelter“ herauszuholen und sie zunächst auf private Tierheime und Hundepensionen im Lande zu verteilen. Dort sollten sie dann ohne Gefahr für Leib und Leben auf ihre Vermittlung ins Ausland warten. Das „Waldshelter“ konnte nach dieser Aktion für den folgenden Winter ohne Insassen geschlossen werden.

Unsere Facebook-Gruppe, die Vorläufer dieses Vereins war, nahm in dieser Aktion 92 Hunde in ihre Obhut, die in 2 privaten Hundepensionen untergebracht wurden.

Für die folgende Zeit bot das stadtnahe öffentliche „Zentralshelter“ in Buzau den „nötigen“ Platz für die eingefangenen Hunde. Bis dieses im Januar 2014 so überfüllt war, dass dort erste Tötungen anberaumt wurden. Um Entlastung zu schaffen, holte unsere Facebook-Gruppe noch einmal 42 erwachsene Hunde und 7 Welpen aus diesem öffentlichen Tierheim, die sich seitdem ebenfalls in den privaten Pensionen in unserer Verantwortung befinden. Die anstehenden Tötungen konnten dadurch erst einmal verhindert werden.

Alle diese Hunde sind nun in Sicherheit. Sie bekommen Futter und medizinische Versorgung und brauchen keine Angst mehr vor Schlägen, Tritten oder sonstigen Misshandlungen zu haben.

Sie wurden alle kastriert, geimpft, entwurmt, medizinisch versorgt, und sie besitzen einen Pass – sind quasi ausreisefertig, sitzen „auf gepackten Koffern“ und warten, dass liebe Menschen sie zu sich holen und ihnen ein echtes Zuhause geben.

Bis zu ihrer Ausreise in eine schönere Zukunft benötigt jeder einzelne der Hunde eine Futterpatenschaft, die monatlich 35,-€ kostet. Für diesen Betrag haben sie ein Dach über dem Kopf und bekommen Futter und saubere Zwinger – und sind in Sicherheit vor den Hundefängern, die nach wie vor auf Rumäniens Straßen Jagd auf die wehrlosen Vierbeiner machen.

Für die medizinische Versorgung müssen wir als Gemeinschaft zusätzlich aufkommen.

Um diese Versorgung weiterhin gewährleisten zu können, suchen wir immer wieder verlässliche Menschen, die eine solche Futterpatenschaft für einen der Hunde übernehmen möchten. Natürlich ist es auch möglich, dass sich mehrere Personen zusammentun und sich gemeinsam eine Futterpatenschaft teilen.

Ein Hund ohne Futterpaten kann auf Dauer nicht in diesen privaten Pensionen bleiben, weil wir die Pensionskosten langfristig nicht auffangen können. Er müsste zurück auf die Straße oder ins städtische Tierheim, wo er wie so viele Leidensgenossen auf erneute Rettung oder – wahrscheinlicher – sein „letztes Stündlein“ warten würde. Das möchten wir auf jeden Fall verhindern! Im Gegenteil, wenn möglich, möchten wir noch weitere Hunde retten und ihnen eine sorgenfreie und hundegemäße Zukunft in einem schönen Zuhause ermöglichen.

Alle diese Aufgaben zur Hilfe für die Hunde haben wir schon als einfache Facebook-Gruppe erledigen können. Allerdings fehlte uns die Rechtssicherheit in den verschiedenen Bereichen wie Umgang mit Spendengeldern, Einfuhrerlaubnis von Auslandshunden usw., und so haben wir uns irgendwann Anfang 2014 entschlossen, einen Verein zu gründen. Der Antrag zur Erlangung der Gemeinnützigkeit ist in Bearbeitung, und wir hoffen auf einen positiven Bescheid.

Wir möchten Sie nun herzlich um Mithilfe bitten, so vielen Hunden wie möglich das Leben zu retten und ihnen das Warten auf die endgültige Adoption im Ausland zu ermöglichen. Das kann durch eine oben erwähnte Futterpatenschaft geschehen, aber auch durch Bekanntmachen unseres Vereins und seiner Ziele, durch das Adoptieren eines unserer Hunde oder durch gelegentliche Spenden auf unser Vereinskonto.

Es ist uns durchaus bewusst, dass wir mit der Rettung einzelner Hundes nicht die ganze Welt verändern können, doch für diese geretteten Hunde verändert sich die Welt von Grund auf.

Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie weitere Fragen zu Hintergründen, Vereinsgeschichte, Abläufen, Hilfsmöglichkeiten oder einzelnen Hunden haben.

Vielen Dank.